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Lochfraß, Pitting in Edelstahl 1.4435

 
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Dani3001



Anmeldedatum: 02.08.2007
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BeitragVerfasst am: 02.08.2007, 06:37    Titel: Lochfraß, Pitting in Edelstahl 1.4435 Antworten mit Zitat

Hallo Zusammen

Wir haben vor Kurzem in einem Behälter (aus 1.4435) SPuren von Korrosion entdeckt. Wir konnten keine Verunreinigungen im Verrohrungssystem finden, aber es ist uns aufgefallen, dass außen am Behälter weiße Reste von dem Produkt haften, unter denen sich bereits erste Spuren einer Korrosion zeigten. Das eine Mittel enthält Natriumglycinat. Das zweite Produkt enthält Lidocainhydrochlorid. Ich kann aber leider nicht sagen, wie hoch die genaue Konzentration des Mittels ist.
Wir haben uns nun die Stutzen mit 75- facher Vergrößerung angesehen und haben festgestellt, dass die Oberfläche bereits von Pitting betroffen ist.
Kann es sein, dass durch das Lidocainhydrochlorid die Oberfläche so angegriffen wird? Question



Danke euch schon mal für eure Hilfe
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J.Ehricht



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Beiträge: 53
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BeitragVerfasst am: 10.08.2007, 20:19    Titel: Lochfraß 1.4435 Antworten mit Zitat

Hallo Danni3001.
Nähere Angaben sind erforderlich für eine Antwort!! Hier noch ein Tipp.

Very Happy http://www.corrosion-failures.com.

Gruß

Jürgen Ehricht
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J.Ehricht



Anmeldedatum: 25.05.2006
Beiträge: 53
Wohnort: Witten

BeitragVerfasst am: 13.08.2007, 21:33    Titel: Re: Lochfraß, Pitting in Edelstahl 1.4435 Antworten mit Zitat

Dani3001 hat Folgendes geschrieben:
Hallo Zusammen

Wir haben vor Kurzem in einem Behälter (aus 1.4435) SPuren von Korrosion entdeckt. Wir konnten keine Verunreinigungen im Verrohrungssystem finden, aber es ist uns aufgefallen, dass außen am Behälter weiße Reste von dem Produkt haften, unter denen sich bereits erste Spuren einer Korrosion zeigten. Das eine Mittel enthält Natriumglycinat. Das zweite Produkt enthält Lidocainhydrochlorid. Ich kann aber leider nicht sagen, wie hoch die genaue Konzentration des Mittels ist.
Wir haben uns nun die Stutzen mit 75- facher Vergrößerung angesehen und haben festgestellt, dass die Oberfläche bereits von Pitting betroffen ist.
Kann es sein, dass durch das Lidocainhydrochlorid die Oberfläche so angegriffen wird? Question



Danke euch schon mal für eure Hilfe





Die Oberfläche kann so angegriffen werden,dass sie Lochfraß haben!
_________________
Gruß

Jürgen Ehricht
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JeanLucPicard



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Beiträge: 1

BeitragVerfasst am: 09.09.2007, 16:44    Titel: Re: Lochfraß, Pitting in Edelstahl 1.4435 Antworten mit Zitat

Dani3001 hat Folgendes geschrieben:
Wir haben uns nun die Stutzen mit 75- facher Vergrößerung angesehen und haben festgestellt, dass die Oberfläche bereits von Pitting betroffen ist. Kann es sein, dass durch das Lidocainhydrochlorid die Oberfläche so angegriffen wird?


Der 1.4435 gehört (ähnlich wie 1.4541 und 1.4571) zur Gruppe der rost- und säurebeständigen Austenite ... diese sind meiner beruflichen Erfahrung nach in feuchter und chlorhaltiger Umgebung (dazu zählen auch organische und anorganische Chloride) aufgrund der Empfindlichkeit gegen Pitting nicht erste Wahl.

Das Tückische an der Korrosionsform "Pitting" ist, daß man als Betreiber von dieser völlig überrascht werden kann - und zwar schlimmstenfalls mit plötzlichem Versagen des Bauteils innerhalb kürzester Betriebsdauer.

Ich weiß jetzt nicht, bei welchem Druck und welcher Temperatur der beschriebene Behälter betrieben wird, würde als erste Diagnose jedoch die Werkstoffwahl in Frage stellen - und zwar Gruppenbezogen. Der 1.4435 ist aufgrund des geringen Kohlenstoffgehaltes (< 0,03%) zwar sehr resistent gegen interkristalline Korrosion, leidet aber wie alle Stahl-Austenite (einschließlich des ansonsten hochbeständigen 1.4539) in chlorhaltiger Umgebung meiner Ansicht nach zu stark unter Pitting.

Man könnte versuchen, durch apparativen Aufwand (evtl. zusätzlicher Trockner) den Wassergehalt im Produkt abzusenken, den betroffenen Behälter in einen Behälter aus anderem Werkstoff auszutauschen (der Duplexstahl 1.4462 wäre hier eine Überlegung wert ... auch 'schwarze' Stähle sind für chlorhaltige Umgebungen u.U. besser geeignet) oder eine chlorbeständige Beschichtung (z.B. Plattierung) in den Behälter einzubringen.
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J.Ehricht



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BeitragVerfasst am: 11.09.2007, 17:10    Titel: Lochfraß, Pitting in Edelstahl 1.4435 Antworten mit Zitat

Hallo Dani3001,

bei dem nochmaligen durchlesen Ihrer Frage ist mir folgendes aufgefallen:
Im Verrohrsystem haben Sie keine Korrosion gefunden. Nun stelle ich mir folgende Frage : Die Oberflächenbehandlung Ihres Behälters (aussen und innen) wie ist sie behandelt worden, gestrahlt oder gebeizt? Denn auch dies in verkehrter Reihenfolge ausgeführte Arbeiten können zur Korrosion führen (Pitting) Lochfraß.

In Ihrem Falle kann ich mir sehr gut vorstellen, daß der Schaden nicht von dem Werkstoff den Sie angewandt haben 1.4435, sondern mehr von der Oberflächenbehandlung abhängig war.

Natürlich ist es bekannt, das Chlorid mit steigender Temperatur zu schnellem Lochfraß (Pitting) führen kann.
Meiner Erfahrung nach kommt es meistens auf nicht sachgemäße Oberflächenbehandlung an. In Ihrem Fall sollte die Oberfläche des Behälters gebeizt und passiviert werden um einen hohen Korrosionsschutz zu erzielen.

Gruß
Jürgen Ehricht

P.S. Was nützt der korrosionsbeständigste Edelstahl, wenn die Oberflächenbehandlung nicht korrekt ausgeführt wird.
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Dani3001



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BeitragVerfasst am: 29.09.2007, 13:11    Titel: Hallo Antworten mit Zitat

Zu Ihrer Frgae in Bezug auf die Oberflächenbehandlung folgendes:

Die Behälter wurden von uns gefertigt, geschliffen auf eine Rauhigkeit von < 0,6µm und anschließend gebeizt und passiviert. Abschließend wurden die Behälter mit gereinigten, vollentsalztem Wasser gespült.

Die Betriebsbedingungen unter welchen die Behälter betrieben werden sind etwas schwierig zu definieren, da die genauen Umstände von den Betreibern nicht gerne bekantgegeben werden.
In erster Linie ist einmal der Hersteller der Produkte gezwungen, seine Unschuld zu beweisen. (Für mich ist der Betreiber Verantwortlich, da er die Materialspezifikation an uns gegeben hat, uns aber nicht mitteilte, welche Medien er damit betreiben will)
Zuerst werden die behälter mit hochkonzentriertem Pulver befüllt, anschließend werden sie mit gereinigtem Wasser (WFI- Water for injection; höchste Reinheitsgüte) auf das fertige Mischungsverhältnis gebracht. Der Behälter steht dann mit max. 4 bar Druck im Betrieb.
Ich vermute, dass die Problematik aber erst nachher geschieht. Nach der entleerung der Behälter werden diese gereinigt ( meiner Ansicht nach nicht unter der größten Sorgfalt) und hierbei glaube ich wird der Bereich an dem jetzt die Korrosion am stärksten sichtbar ist, das Rührwerk, nicht sauber gereinigt.
In diesem Bereich treffen nun die besten Rahmenbedingungen für Pitting zusammen:
- Ein Spalt von etwa 5 mm breite, bei welchem die Reinigung nicht optimal funktioniert
- Temperaturen von eta 123° C
- Chloridhaltiges Medium
- Ein Stabmaterial mit erhötem Schwefelgehalt (soviel ich weiß steigt die Pittingwahrscheinlichkeit auch mit steigendem Schwefelgehalt)
- und zusätzlich stehen die Behälter teilweise mehrere Tage in diesem Zustand ungenutzt auf Lager

Die Frage welche sich nun stellt, ist, welches Material alternativ dafür herangezogen werden könnte?
Hastelloy (Ni- Basis)??? Question Natürlich wieder eien Frage des Preises?
Duplex und C- Stahl sind in der Pharmazie nicht gerne gesehen!!



Mit freundlichen Grüßen und Dank


Dnaiel
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J.Ehricht



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Beiträge: 53
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BeitragVerfasst am: 01.10.2007, 20:17    Titel: Korrosion Antworten mit Zitat

Hallo Dani3001.

Es kommt immer auf den Anwendungsfall an.
Vielleicht kann man an dem Rührwerk, von der Konstruktionsseite, noch etwas ändern(Spalt).
Zu deiner Äußerung bei der Lagerung und dem Spülen, denke ich ist die Korrosion schon vorprogrammiert.Es könnte hilfreich sein,um das Ergebnis zu verbessern, wenn man den Behälter und das Rührwerk elektropolieren würde, anstatt es zu beizen.Um deine Frage zu beantworten, solltest du auf den Hastelloy (Ni-Basis) verzichten. Es muss klar sein das in der Pharmazie peinlichst genau gespült wird.
Ich hoffe ich konnte dir behilflich sein.

Gruß Jürgen Ehricht.
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